| Tolle Tage in der Schweiz |
| Auf Einladung der Guggemusik 'Sgarella' aus Domat/Ems
im Rheintal besuchte vor einigen Tagen eine knapp 20-köpfige Abordnung des
Karnevalvereins den Kanton Graubünden in der Zentralschweiz. Am frühen
Donnerstagmorgen setzte sich der Bus in Richtung Süden in Bewegung. Nach einem
ausgiebigen zweiten Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten wie z. B. hausgebackenem
Quetschekuchen, Umstädter Winzersekt und anderem mehr, wurde am frühen Nachmittag die
Kantonshauptstadt erreicht, in der die Reisegruppe untergebracht war. Nach einer etwas
chaotischen Zimmerverteilung - es wurden zwei Reisegruppen vertauscht - waren die
Dieburger Fastnachter am Abend von den Gastgebern zu einem 'Apero' eingeladen, wie die
Schweizer einen Begrüßungsempfang nennen. Sehr schnell entwickelte sich eine
freundschaftliche Atmosphäre. Alte Bekannte trafen sich mal wieder nach vielen Jahren,
andere schwärmten immer noch von den Besuchen bei den Schlossgartenfesten 1992, 1998 und
2005. Alle, die schon mal da waren, wollten unbedingt wieder hin. Die Jüngeren, die noch
nicht in Dieburg waren, wollen nun auch mal auf das Fest, von dem sie schon so viel
gehört hatten.
Sehr schnell verging die Zeit und nach einem gemeinsamen Spaghettiessen überraschten die Gastgeber mit einem ersten Höhepunkt, einem Auftritt der fast 30-köpfigen Guggemusik. Der Empfangssaal bebte, die Stimmung war überschäumend und gipfelte mit einem von den Gastgebern extra einstudierten Dieburger Fastnachtsschlager, dem Dieburger Büttenmarsch. Nach diesem tollen Empfang bedankte sich KVD-Vizepräsident Matthias Sahm für die überaus freundliche Aufnahme und sagte: "Nach diesem Auftakt kann wohl nichts mehr schief gehen in den kommenden Tagen"! Er sollte Recht behalten... |
Am nächsten Tag stand der Besuch der auf fast 2.000 m hoch liegenden Stadt Arosa auf dem Programm. Dabei folgte schon der nächste Höhepunkt der Reise, die einstündige Fahrt mit dem Arosa-Express, einem Ableger des Glacier-Expresses, der Chur mit Arosa verbindet. Nach mehr als 25 Kilometern Strecke mit unzähligen Kurven und Tunneln hatte der Arosa-Express sein Ziel erreicht. Bei der Einfahrt in den Bahnhof hatte die Eisenbahn über 1.000 Höhenmeter bezwungen. Doch hier war noch nicht Schluss. Bei traumhaften Wetter führte Wanderführer Jürgen Schaarvogel die Reisegruppe mit der Bergbahn auf das fast 3.000 Meter hohe Weißhorn und anschließend noch zu Fuß auf eine Käsealm. Nach einer Einkehr mit frischer Milch und frischem Käse ging es über den sog. Eichhörnchenweg schließlich zurück nach Arose und mit dem Zahnrad-Express wieder nach Chur. Ein herrlicher Tag, der von einem ebenso angenehmen Abend im Barocksaal des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Schlosses Haldenstein mit einem Schweizer Menü und Wein aus Graubünden sowie regem Gedankenaustausch beendet wurde. Allerdings mussten einige nicht Todzukriegende noch einen nächtlichen Streifzug durch die Churer Kneipenlandschaft machen. Schon war Samstag. Nach einem Bummel durch die Stadt Chur mit Marktbesuch, brachte der Bus die Fastnachter nach Flims/Laax, einem großen Wintersportgebiet. Ziel war dort natürlich nicht der Wintersport, sondern ein Aussichtspunkt besonderer Art, nämlich die nach dem Vogel 'Mauersegler' benannte Aussichtsplattform hoch über dem Rhein, die einem mit ausgebreiteten Flügeln startenden Mauersegler nachempfunden ist. Nach gut einer Stunde Fußmarsch unter der Führung von Silvio, unserem Schweizer Freund und Kontaktmann, erreichte die Gruppe das Ziel. Die filigrane Stahlkonstruktion ragt 12,5 Meter in den Himmel und über die steile Geländekante hinaus, fast 400 Meter über der Rheinschlucht. Schon die erste Treppe lässt den Herzschlag der Besucher höher schlagen. Doch wer bis ganz nach oben geht, wird mit einer fantastischen Rundsicht und einem atemberaubenden Tiefblick belohnt. Nach diesem tollen Erlebnis stand wieder Geselligkeit auf dem Programm. Georg, schon mehrere Male in Dieburg, hatte in sein 'Maiensäß' (schweiz. für Bergweide, Alpgebäude) eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein saßen die geblendeten Dieburger vor dem in den Bergen gelegenen Wochenendhaus und genossen die Natur, die nahen Berge und die vom Gastgeber wohl vorbereitete Bergvesper mit Schweizer Bier und Wein. Wieder ein Höhepunkt! Niemand wollte das wunderbare Fleckchen Erde mehr verlassen und hätte gerne dort die ganze Nacht verbracht. Aber der Reiseplan wollte es anders. Im Tal, im Schützenhaus von Domat/Ems warteten schon die Mitglieder der Guggemusik mit dem Grillfeuer, um den Gästen einen, wie sich später herausstellte, erneut herrlichen Abend zu bereiten. Grillwürste, selbst gemachte Salate und selbstgebackenen Kuchen überraschte die Dieburger Karnevalisten. Auch das Wetter spielt noch mit, so dass die Gruppe sich im Freien versammelte und zu den Klängen von Jürgen Schaarvogels Gitarre den leider hereinbrechenden Abend mit alten Schlagern und stimmungsvollen Fastnachtsliedern begrüßte. Reiseleiter Wolfgang Dörr als auch Vizepräsident Matthias Sahm bedankten sich mehrmals für die tollen Stunden bei Freunden und luden die Gastgeber erneut, wie schon tags zuvor, zu einem Besuch nach Dieburg ein. Durch die vielen schönen Eindrücke geschwächt, zogen sich einige dann zurück ins Hotel, ein Rest besuchte noch einmal die Hotelbar. Schnell war es Sonntag und die Heimreise stand an. Über den Oberalppass mit herrlichen Bergpanorama, Andermatt und den Vierwaldstättersee ging die Fahrt Richtung Dieburg, wo der Bus gegen 19.00 Uhr eintraf und die von der tollen Reise tief beeindruckten Teilnehmer sich auf den Nachhauseweg machten. |
Karnevalverein Dieburg 1838 e.V. |
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