1992 Monsignore Manfred Gärtner +

Holzig Latern (1992)
 

In den Aufzeichnungen des KVD ist zu lesen:

Nach einigen fastnachtlichen Klängen kam es zum absoluten Höhepunkt dieses närrischen Morgenempfangs, nämlich zur Verleihung der "Holzig Latern", der höchsten Auszeichnung, die der KVD zu vergeben hat. In diesem Jahr wurde der Pfarrer von St. Wolfgang, Monsignore Manfred Gärtner, diese Ehrung zuteil. In erster Linie wurden seine Aktivitäten in Brasilien gewürdigt, denn es ist nicht selbstverständlich, solchen Leuten zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Herr Manfred Gärtner hat sich durch seine Hilfsbereitschaft gegenüber den Ärmsten der Armen in Brasilien verdienst gemacht. Ein würdiger Trager der "Holzig Latern".

Gegrüßt sei'n Sie alle - die Sie unsre Gäste,
am Morgen des Dienstag - nach vielleicht einer langen Nacht,
im Rahmen des Äla beim Fest aller Feste.
Wer hätt' an den neuen Ladern-Mann gedacht?
Man hofft wohl der KVD lag damit richtig?
Ich bin überzeugt, dass 's so ist, das wär wichtig!

Da Sie durch Gazetten es wohl schon erfahren,
wer dies Jahr bekommt unsre Holzig Latern,
begrüß ich ganz herzlich in nunmehr zehn Jahren,
Monsignore M. Gärtner - und tue dies gern.
Seinen Amtsbruder kennt ja bestimmt auch ein jeder:
Geistlicher Rat Eckstein - von Paul und Sankt Peter.

Das Hobby der Narren nennt man Hanswurstiaden,
in Negativkreisen! Versehen mit Spott!
Doch sind wir mit Lachen und Scherz gut beraten,
so quasi als Närrisches Freudenkomplott.
Trotz Spaß werden zu unsrer Meinung wir steh'n,
und so ist die Holzig Latern auch zu seh'n!

Der Reigen der Träger ist illuster zu nennen,
meist Männer - mit einer noch lebenden Frau.
Die Insider werden die Namen wohl kennen,
und jedes Jahr gibt es verbalen Radau:
Noch niemals - hört man auf den Mann uff de Gass',
hätten richtig gewählt wir! Ein Affront wär's! Kein Spaß!

In diesem Jahr wird es nicht anders wohl werden,
die Wahl ruft die Kritiker schnell auf den Plan.
Das freut und - und auch den Geehrten:
Wer nicht aktuell ist - nach dem kräht kein Hahn!
Wir stehen zur Wahl - sind überzeugt und tun's gern:
Dem Mann ging e' Licht uff - er kriegt die Latern!

Die Sach' begann damit - was wenig nur wissen,
es war bei der Missionszentrale in Bonn
verantwortlich ist dort - vor, hinter Kulissen,
der Orden der Franziskaner lang schon.
Zu ihnen drang gottlob - man hielt's für 'ne Mär,
daß in Dieburg ein schlitzohr'ger Geistlicher wär.

Man sandte ihm Infos für neue Prospekte,
und war auf seine Reaktion sehr gespannt.
Schon bald sah man was all' im Gottesmann steckte,
er hatte gar schnell Not und Hilfe erkannt.
Und eh' man sich umsah - quasi über Nacht,
wurd' Gelände erworben eh' man's gedacht.

Man nahm sich ein Ziel vor - 's gibt and're nicht minder,
denn dort klemmt es fast doch wohl an jeder Eck',
das sind die brasilianischen Straßenkinder,
baut für sie ein Haus - holt sie aus dem Dreck!
Zutrifft's nicht für alle - wie könnt' es auch sein,
auf's Land umgelegt ist die Hilfe noch klein.

Bei der letzten Aktion ging's schlicht um Maschinen.
Das Spektrum ist groß - der Notstand bekannt.
natürlich kann man mit Geräten auch dienen,
es hilft TH Darmstadt, als Beispiel genannt.
Aus all diesen Dingen wird 'ne Werkstatt ersteh'n,
man hofft, daß die Jugend sie annimmt - 's wär' schön.

Es ist schon beachtlich, was ich nunmehr hörte:
Die Zusage, sagt man, wär' - klar doch - schon da,
ohn' größ're Probleme so bei der Behörde,
gibt's LKw's auch noch von der NVA!
Jetzt brauch man 'nen Sponsor - nicht bald - besser gleich,
damit sie auch sinnvoll - müssen sie über'n Teich.

Worüber sich Pfarrer Gärtner sehr freute,
die Idee ist nachahmenswert und darum gut,
es verkünden aus Anlaß von Festen manch' Leute:
Geschenke gibt's keine - doch füllt hier den Hut,
der Meister der Bürger hatt's auch so gemacht,
die Holzig jedoch hat ihm dies nicht gebracht.

Was ehren wir möchten, das ist ohne Frage,
doch hier wohl den Einsatz des Herr'n, der enorm,
obwohl der Berufszweig, so hört man stets sage,
in der Gelderbeschaffung unschlagbar liegt vorn.
Bemerkung am Rande: Somit steht wohl fest,
daß der Herrgott wohl weiß, wen er Pfarrer wer'n läßt.

Die Menschen werd'n oft heut zur Kasse gebeten,
einher geht viel Skepsis, gepaart mit Verdacht,
man hört zwar dazu und danach viel Reden,
doch wo fließt das Geld hin, was hat man vollbracht?
Im Fall von Cuoto ist ein's relevant:
Hier gibt's für 'ne Spende Garantie auf die Hand.

Natürlich ließ sich's Monsignore nicht nehmen,
bracht' selbst schon die Spende der Airway vor Ort.
Braucht sich ob des Umfangs der Gabe nicht schämen,
steht gern bei der Partnergemeinde im Wort.
Mit Hilf' von St. Wolfgang und anderen Spenden,
kann viel vor den Toren Rio's man ändern.

Es würde den KVD wirklich sehr freuen,
wenn durch's Licht der Holzig Latern über Nacht,
zum Wohle der Ärmsten und die sie betreuen,
ein weiterer Spendenschub würde erbracht.
Wir wünschen wohl alle hier in dem närrischen Haus:
Hoffentlich geht das Licht dieser Holzig nicht aus!

Ein Schmankerl am Rande möcht' ich gerne verkünden,
bei Insidern ist es hinlänglich bekannt,
ich denke, dies sind auch - bei Gott - keine Sünden:
Herr Gärtner liebt's Leben des Lebens am Rand!
Das heißt gar nichts and'res als nur: Ja, er hat
zum weltlichen Treiben doch stets einen Draht.

Man zeigt ihm in Rio - er fand's ungeheuer,
ein Samba-Spektakel, faszinierend, ganz groß,
da er Temp'rament hat - da fing er gleich Feuer,
und legte beschwingt - talentiert - auch gleich los.
Da staunten die Tanzspezialisten nicht wenig,
und krönten spontan ihn zum Samba-König.

So könnt' es gar kommen, vielleicht in paar Jahren,
auch die Heu-Hupper sind bereits dorten liiert,
daß Dieburger Narren nach Rio mal fahren,
fachkundig von Monsignore Gärtner geführt.
Besorgt er das Geld für die Reise noch - wißt'er,
würd' er unser närrischer Außenminister.

Persönlich ich doch etwas anderes ahne,
bis jetzt war's geheim noch - nun gibt's v'leicht Rabatz,
der Bischof von Rio hört auf - und ich maane,
für'n Herrn Monsignore wär' das doch der Platz!
Trifft's wirklich so zu - dann hätt' ich e' Bitt':
Die Holzig Latern hier, die muss aber mit!

Und daß Sie dies' können, möcht ich Sie nun bitten
nach vorne zu kommen - zwecks närrischer Ehr'.
Wir nehmen ganz einfach Sie mal in die Mitte,
und zeigen die Holzig dazu - die nicht schwer.
Es wäre schon Klasse, wenn der Latern' Schein,
für viele Ideen könnt' Anreiz noch sein.

Hier ist sie - die Numero 10 ist heut' dran,
gefertigt von Hand - nicht vom Band.
Wir würdigen damit ihr toll' Engagemang,
wir jeder im Saal hier auch fand.
Ihr Licht mög' stets leuchten, wir geben sie gern,
an Sie, Monsignore - die Holzig Latern!

 

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