1989 Robert Jaeglé +

Holzig Latern (1989)
 

In den Aufzeichnungen des KVD ist zu lesen:

Mittelpunkt der Veranstaltung war die Verleihung der "Holzig Latern", die in diesem Jahr Robert Jaeglé aus Frankreich überreicht wurde. Warum ihm? Ganz einfach: Unser Robert aus Aubergenville (Partnerstadt von Dieburg) gehört zu den geistigen Vätern der Verschwisterung zwischen Aubergenville und Dieburg. Keine Verschwisterungsveranstaltung, wo der gute Robert fehlt!

 

Robert Jaeglé (re.)
 
Mit Äla begrüß' ich die Schar hier am Morgen,
ich hoffe, es schlief jeder aus,
man konnt noch beizeiten die Brötchen besorgen,
doch nicht jeder macht sich was draus.
Bevorzugt viel lieber v'leicht Spalt und Togal,
ja, wer gar den Aff' macht, hat oft auch die Qual.

Ein Jahr ist verflogen, man glaubt fast nicht dran,
ich möcht' auch beileibe nicht lästern,
doch schaut man verstohlen auf Frau und auf Mann:
Ist kein Antlitz heut' so wie gestern!
Doch dies schert uns gar nicht. Wie haben ein Ziel:
Wir lieben und leben das närrische Spiel!

Er ist an der Zeit wohl zur Ehrung zu schreiten,
mi'm Sinnbild der Holzig Latern,
und ihn dieser Runde etwas zu beschreiben,
das tue von Herzen ich gern.
Nicht nur, weil wir beide auf Robert gar hören,
gravierende Dinge sind's! Kann es beschwören!

Nordwestlich von Paris - in Richtung Kanal,
gelegen am Ufer der Seine,
da liegt doch die Stadt Aubergenville allemal,
mit der wir in Partnerschaft steh'n.
Wir - das heißt Stadt Dieburg - nunmehr 14 Jahr,
und er für die Sach' eine Triebfeder war.

Die Wiege Roberts - hört - im Elsaß einst stand,
darum gibt's für ihn kein Problem,
in sprachlicher Hinsicht! So ist es bekannt!
In Dieburg wird gern er geseh'n.
Er ist so beliebt hier - was Insidern klar -
wie in Aubergenville Dieburgs Monsieur Cigare!

Roberts großes Streben in all' diesen Jahren,
ist grenzüberschreitend zu nennen.
Wer ihn näher kennt, nun, der konnte erfahren,
dass ein Thema stets ist am brennen,
in ihm - für das er sich sehr engagiert:
Geeintes Europa! Ob's je mal passiert?

Wir hoffen 's zwar alle und wünschen es sehr,
doch vieles gibt's wahrlich zu tun,
pathetisch klingt's gar wenn auch ich hier erklär':
Laßt alle uns bitte nicht ruh'n,
bis dies hehre Ziel wir in Bälde erreicht!
Es sollte ein Muss sein! Nicht nur ein Vielleicht!

Doch wo ist die Basis? Wo ist's Fundament?
Was nötig ist, wenn man vereint!
Ich bitte Sie! Das wohl ein jeder doch kennt,
und weiß was damit auch gemeint:
Der Wille ist nötig zu ebnen den Pfad,
dazu Ergänzung natürlich die Tat!

Ein Schritt dahingehend - und darauf ich wette,
man übt sich nunmehr 14 Jahr,
ist elementär Partnerschaft zweier Städte,
Ergebnis ist positiv! Klar!
Und an diesem Bauwerk war tätig bis heut',
Monsieur Robert Jaegle - was uns wirklich freut!

Er kam, sah und siegte! Dies' Zitat sei erlaubt.
Er ist sehr bekannt in der Stadt,
rein sprachlich hat er manche Brücke gebaut,
wenn man sich versteht geht's halt glatt.
Das ist zwar ein Vorteil, dazu kommt noch Herz,
und auch die Begeisterung für vielerlei Scherz.

Die Fassenacht zog ihn sofort magisch an,
den Memmenschanz fand er ganz toll!
Die Fassenachtslieder fast alle kann,
und lehrt sie in Dur und in Moll!
Ich bin mir sehr sicher, mir dieses nicht träumt,
ab damals hat er nie 'ne Fas'nacht versäumt.

Der Karneval hat ihn beschäftigt gar sehr:
in Aubergenville - war sein Ziel,
da tun wir das g'rad so! Pardon! Grand Malheur!
Doch das war des Guten zuviel!
Die ersten Versuche tat man ab als Faxen,
ja Fas'nacht blüht gut, wo sie halt gewachsen.

Heut' wirkt's wie ein Wunder! Was damals nicht ward,
wird heut' akzeptiert auch schon ganz:
Das Mai-Fest d'raus wurde! Die Fassenacht starb!
Aus Asche wurd' somit gar Glanz,
ein Festzug mit Wagen und Gruppen gar viel,
auch fürDieburger Bürger ein lohnendes Ziel.

Das Prinzen-Paar Dieburgs hat ihn inspiriert,
was käm' als Pendant wohl in Frag'?
Nun, da schöne Frauen er wohl estimiert,
nichts Besseres näher wohl lag:
Drum, wie es dem Feste im Mai wohl gebührt,
wird aus diesem Anlass 'ne Königin gekürt.

Und wie es in Dieburg beim Prinzenpaar Brauch,
daß Schutz gewährt ihm die Garde,
besann sich Robert dieser Sitte halt auch,
und Potz-Blitz sich um ihn schon scharte,
'ne Anzahl von prächtigen Burschen, galant,
als Musketier'n in beiden Städten bekannt.

Der Chef dieser Truppe ist Monsieur Robert,
Präsident mit den Seinen bei Festen,
Kontakte zu pflegen fällt allen nicht schwer,
bei Calvados, Käse, vom Besten.
Ich freu' mich, begrüße auch heute die Schar,
bei ernsthaftem Einsatz sind's mehr dann - ganz klar.

Erlaubt sei mir bitte von hier auch zu grüßen,
die Königin E-lisa-beth!
Auch dir lieg'n die Narren von Dieburg zu Füßen,
das siehst du dann morgen. Ich wett'!
Beim Mai-Fest sind die Königinnen alljährlich fit,
kein Wunder - sie machen hier Fas'nacht erst mit.

Nachdem ich hier aufgezeigt einige Fakten,
von dem, der geehrt werden soll,
erlaub' ich mir, ehe ich schließe die Akten,
zu sagen: Es ist wahrlich toll,
was Monsieur Robert für die Partnerschaft tut.
Ganz närrisch respektvoll zieh' ich meinen Hut.

Als Krönung des Tun's wollen wir nun allhier,
er möge sie halten in Ehr'n,
dem Partnerschaftsbauherr und dem Musketier,
die Holzig Latern heut' verehr'n.
Sie helfe ihm - g'rad in Partnerschaftsdingen,
stets Licht in eventuelles Dunkel zu bringen.

Kein Kronleuchter ist sie und kommt nicht vom Band,
sie wirkt sehr bescheiden, nicht protzig,
gefertigt wurd sie gar mit Herz und von Hand,
mit Glasschliff, bewußt so, nicht klotzig.
Ihr Licht mög' stets leuchten, wir geben sie gern,
Dir, Monsieur Robert, uns're Holzig Latern!

Für das Prinzenkomitee
Robert Thomas

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok