1988 Klaus Schlappner

Holzig Latern (1988)
 

In den Aufzeichnungen des KVD ist zu lesen:

Im Jahre 1988 nahm der weithin bekannte Fußballtrainer Klaus Schlappner die "Holzig Latern" in Empfang. Er wurde erwählt, weil er ein lustiger Vertreter der Mundart ist und weil er sich und seinen SV Darmstadt 98 spontan zu einem Benefizspiel gegen eine Kreisauswahl zur Verfügung gestellt hatte.

 

Klaus Schlappner (re.)
   
Mit "Gure!" - G'e Moije! Unn Dieborsch Äla!
Und auch noch Bon jour Aubergenville,
so grüße erfreut ich heut' morgen die Schar,
die heischend hier ausharrt und still,
und bitte sie alle - weil sie's ja nix kost':
Den Trägern der Holzig Laternen ein Prost!

Frau Paul - uns're städtische Presse und Macht,
egrüß' als letzt' Trägerin ich gern,
ich sehe, man hat schon bekannt sich gemacht,
das macht halt das Licht der Latern.
Im großen Geschäft ist vonnöten die Presse,
denn: Wenn die nit wolle, dann is' man vergesse.

Dem Chef dieses Hauses entbiet ich mein' Gruß,
Herr Pullmann trägt auch die Latern.
Im Reigen der Träger kommt der Erste zum Schluß,
Herr Siebeneicher - der's '82 konnt' wer'n!
Als Urbild des Ganzen grüß' den schrulligen, nette
Verrer Gunkes ich gern - mit seiner Babette.

In uns'ren Annalen steht künftig geschrieben,
und wer hätte das wohl gedacht,
mit der Holzig Latern mit Nummer 7,
wird heute ein Mann hier bedacht,
der g'rade erst kürzlich - wir wußten das nitt,
'ne ähnliche Ehrung erfuhr aus der Bütt.

Den Badener - dazu noch ein Fideler,
den hing man ihm quasi um'n Hals,
weil er sich - un dazu schweigt jeder Krakeeler,
verdient gemacht um die Kurpfalz.
Wir äffe nit nach, schom im Sommer letzt' Jahr,
hatten wir uns gemeld't, mit Tradition. Das ist klar!

Wem geht schon e' Licht uff in unserer Zeit?
Die Frage ist stets relativ.
Und ist's nur 'ne Kerze, sie leuchtetnicht weit,
die Macht überdeckt sie und mief,
mit Terror, mit Krieg, Egoismus und Schmuh,
da löscht man selbst ganz starke Lichter im Nu.

Drum war es für uns quasi wie ein Fanal,
wenngleich auch der Anlass sehr schlecht,
als letzt' Jahr die Sache, die wirklich fatal,
in Münster geschah als Gefecht,
geschockt war'n die meiste, man redete stramm,
doch dadurch kommt wahrlich nie Hilfe zusamm'!

Da war plötzlich einer, der sprach zwar nicht viel,
er wußt' jedoch, was ist zu tun,
und organisiert' ein Wohltätigkeitsspiel.
Die Tragik, die ließ ihn nicht ruh'n,
er rief in die Runde, sein Ruf wurd' gehört,
man strümte herbei, wie jeder gehört.

Zur Stell' war'n die Lilien - ob Profi, ob nicht,
natürlich dazu Polizei,
so zeigte man Flagge - obwohl dies' nicht Pflicht,
Spontanität war hier an der Reih',
so ging ihm e' Licht uff, das ist kein Gestrunz,
ihn dafür zu ehren, das dachten wir uns.

Der Datenschutz läßt ja gar vieles nicht zu,
ich trag ihn auch noch nie daheim,
und and're Recherchen, die steh'n mir nicht zu,
möcht' kein Spicker bei der Presse gar sein.
Drum sei mir erlaubt in dem närrischen Spiel,
zu agieren mit was - das oft fehlt - dem Gefühl.

Wenn man uns'ren Neuen ganz locker betracht,
bekommt man doch wahrlich 'nen Schreck:
Wer gibt ihm die Kraft, ja, das ist fast schon Macht,
sein Wesen zu zeigen so keck,
unterstützt wird die Gabe von Geist - Zung, die spitz,
und als Krönung des Ganzen: Der Mutterwitz.

Wo Witz ist, da sind auch die Narren zu Haus,
ich grüße sie in uns'rer Mitt',
er stört ihn nicht - vielmehr: Er liebt den Applaus.
Auch ist ihm nicht fremd eine Bütt,
ja bitte, es muß jeder Neider erblassen,
er ist halt ein echter Hansdampf in allen Gassen.

Als Karnevalverein pflegen Brauchtum wir sehr,
dazu zählt - ganz klar - Dialekt.
Das ist noch ein weiterer Punkt, bitte sehr,
macht's Leuchten des Lichts gar perfekt.
Wer traut sich schonheute - ausgenommen Herr Strauß,
Dialekt zu parlieren - frank, frei - außer Haus?

Soi Mannemer Bloomaul ist allen bekannt,
ist schlagfertig stets, aach teil's bissig.
Ist inForm er, dann schwätzt er glei' drei an die Wand,
bei allen bleibt's herzlich unn schmissig.
Gar mancher is' kleinlaut zusammengezuckt,
und hat sich ob seiner Rhetorik geduckt.

Sein Image - das hat er sich selbst aufgebaut,
verlor dabei nie sein Gesicht,
hat forschend dem Volke auf's Maul stets geschaut,
Überheblichkeit, die kennt er nicht,
als Fazig: Er wurde bekannt weit und breit,
durch seine personifizierte Volkstümlichkeit.

Für unseren Neuen hab' ich - unumwunden -,
so mein' ich, ein passendes Schmankerl gefunden.
Die Weisheit ist, bitte, bei mir nicht gediehen,
ich hab' sie von Ernst Moritz Arndt mir entliehen.
Er sagte - und dies' find ich niemals vergebens:
"Nur dem Fröhlichen blühet der Baum des Lebens!"

In selbigen Sinne - gepaart mit Humor,
verleihen wir heute sehr gern,
den Kandidat bitt' ich - er trete mal vor -,
Herrn Klaus Schlappner die Holzig Latern.
Wir sind uns sehr sicher und glauben so isses:
Daß er sie bekommt heut', das hat was gewisses!

Die Nummer 7 der Holzig Latern,
versehen mit Schrift und mit Zahl,
überreichen wir Ihnen, Herr Schlappner, sehr gern.
Die Wahl war für uns keine Qual:
Dazu noch die Urkund'! Das ist was gewisses!
Und persönlich für Sie: Toi! Toi! Toi! Ja, des isses!

Für das Prinzenkomitee
Robert Thomas

 
 
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