2002 Heinz Schenk

Holzig Latern (2002)
 

Laternenträger 2002 Heinz Schenk:

Der Karnevalverein Dieburg verleiht die "Holzig Latern" seit 20 Jahren. In zwei Jahrgängen wurden jeweils zwei Laternen vergeben. Somit erhält der diesjährige Laternenträger die "Holzig Latern" Nummer 22 (2x11). Mit dieser Auszeichnung ehrt der KVD Persönlichkeiten oder Gruppierungen, die sich um die Fastnacht, die Mundart oder um öffentliche Dinge verdient machten oder denen „sonst irgendwie e Licht uffgegange is“. Der KVD freut sich, in diesem Jahr die „Holzig Latern“ an Heinz Schenk zu vergeben. Die Auszeichnung erhält er für sein Lebenswerk.

Heinz Schenk

   

Der am 11. Dezember 1924 in Mainz geborene Heinz Schenk kann auf eine sehr erfolgreiche und vielseitige Karriere zurückblicken, die mit dem legendären "Blauen Bock" ihren absoluten Höhepunkt erreichte. Er machte den "Blauen Bock" mit 146 Sendungen in 21 Jahren zu einer der beliebtesten Unterhaltungssendungen des Deutschen Fernsehens. Mit diesem Fernseh-Knüller wurden, heute fast unvorstellbare, Einschaltquoten zwischen 60 und 70 % erreicht. Selbst in der ehemaligen "DDR" war die Sendung so beliebt, dass selbst Betriebskampfgruppen ihre Zusammenkünfte verlegten, wenn "Der Blaue Bock" über den Bildschirm flimmerte.

Nicht zuletzt wegen seines unverwechselbaren hessischen Dialektes wurde Heinz Schenk mit Titulierungen wie "Bembel-Troubadour" oder "de heilische Heinz" geradezu überhäuft. Im Erfolgshit der Rogau-Monotones "Erbarme – die Hesse komme..." lautet gar eine Textzeile: "unser David Bowie heißt Heinz Schenk...". Er ließ sich dadurch nicht beirren und hat stets die hessische Mundart gepflegt und sie zu seinem Markenzeichen gemacht.

Unter den Bundesbürgern lag der Bekanntheitsgrad von Heinz Schenk bei 96 % und wurde mit 98 % nur noch von Helmut Kohl übertroffen. In Holland avancierte er zu "Deutschlands Witzeverzapfer Nr.1" und er wurde in unserem Nachbarland mindestens genau so oft kopiert wie bei uns der Holländer Rudi Carell.

Der gelernte Schauspieler, Komödiant, Conferencier, Buchautor und Fernsehmoderator hat in seiner Karriere stets mit großem Respekt seinem Publikum gedient. "Die Leute gepflegt zu unterhalten", das war seine Berufung.

Die Älteren unter uns kennen Heinz Schenk noch als Radiomoderator, der mit dem "Frankfurter Wecker" gemeinsam mit Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Frankenfeld, Lia Wöhr und vielen weiteren Showgrößen in ganz Hessen unterwegs war. Der "Frankfurter Wecker" machte in Dieburg ebenso Station wie später der Fernseh-Unterhaltungshit "Zum Blauen Bock".

Besonders beliebt waren seine Sendungen in der Fastnachtszeit. Hier stieg Heinz Schenk meist in die Bütt´, wo er mit selbstverfassten, hintergründigen Reden das Publikum erfreute. Während den Fastnachts-Kampagnen wurde er neben seiner Fernsehtätigkeit zu vielen Karnevalsveranstaltungen engagiert, oftmals auch als Sitzungspräsident.

Ein weiteres Mal hatte Heinz Schenk gemeinsam mit Lia Wöhr einen Auftritt in Dieburg. Als in den 60-er Jahren am "Mainzer Buckel" in Dieburg einige Seifenkisten-Rennen veranstaltet wurden, ließ man diese beiden Prominenten einmal die Eröffnung des Rennens vornehmen.

Selbst in der Schlagerbranche konnte Heinz Schenk Erfolge verbuchen. Mit seinem Song "Es ist alles nur geliehen" landete er in den deutschen Hitparaden auf vorderen Rängen.

In den neunziger Jahren erfreute Heinz Schenk sein Publikum mit Sendungen wie "Fröhlich eingeSchenkt" oder "GeSchenkartikel. In Liesel Christ´s "Frankfurter Volkstheater" feierte er als Schauspieler große Erfolge mit Rollen wie "Der eingebildete Kranke", "Der Geizige", "Der Etappenhase" oder auch mit dem "Datterich".

Dass er sich selbst und das ihm eigene Metier auf den Arm nehmen kann, bewies er in dem Satire-Kinostreifen "Kein Pardon" von Hape Kerkeling, wo er den Showmaster Heinz Wischer verkörperte. Mit der Erkennungsmelodie aus diesem Film "Witzischkeit kennt keine Grenzen" hat er sich auch bei der jüngeren Generation einen absoluten Kultstatus erworben.

Nachdem ihm der Hessische Ministerpräsident Roland Koch am 9.12.1999 den Verdienstorden des Landes Hessen verliehen hat, wird Heinz Schenk nun auch vom Dieburger Karnevalverein für sein Lebenswerk mit der "Holzig Latern" ausgezeichnet. Denn ihm ist wahrlich immer wieder "e Licht uffgegange".

Für das Prinzenkomitee
Friedel Enders

 
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