1999 Hans Peter Murmann

Holzig Latern (1999)
 

Die Holzig Latern für den Schafe-Maler

Wer oder was ist ein Lebenskünstler? Nun, von dieser Kategorie Mensch gibt es unübertrieben gar eine Vielzahl, wie uns das Leben immer wieder vor Augen hält. Ein absoluter Vertreter dieser besonderen Spezies Mensch ist ohne Frage der diesjährige "Laderne-Träscher", Hans Peter Murmann. Seine Vita in sich aufzunehmen entlockt mit Sicherheit jedwedem Leser ein verständnisvolles Schmunzeln. Am Ende der eigenen Darlegung seines beruflichen Lebensweges steht schlicht und einfach die rührende Erkenntnis, dass alle Berufsansätze und Berufswege "alles nix Gescheites" waren. Eine solche veröffentlichte Selbsterkenntnis ist in der momentanen Zeit ein dreifaches "Äla" wert! So war er in seinem unsteten Berufsleben u.a. als Soldat, Privatlehrer, Postler, Reiseleiter, DJK-Torwart, Gastwirt, Redakteur, EDV-Trainer tätig. Wahrlich ein absolut buntes Kaleidoskop!

 

Hans Peter Murmann
 

Doch schließlich wurde aus einem, der mit gutem Erfolg Englisch und Sport studierte aber eine Art von Zeichner. Während einer Wehrübung im Jahre 1978 flossen per Zufall die ersten "Schafe" aus einer Zeichenfeder - ohne je mit dem Gedanken zu spielen, dass diese wunderlichen Tierchen mit den imposanten "Knolle-Schoofs-Noase" einmal seinen Lebensablauf und seine künstlerische Neigung derart positiv beeinflussen würden.

Die Murmann'schen Schafe fanden in den zurückliegenden Jahren in folgenden Zeitungen Verbreitung: Rheinische Post, Freundin, Abendpost-Nachtausgabe, Mannheimer Morgen u.a. Nach einer schöpferischen Denkpause finden sich seine lustigen, aussagekräftigen Tierchen nunmehr in folgenden Gazetten und Verlags-Veröffentlichungen wieder: Badische Zeitung, Freundin, Schulpublikationen des Schroedel-Verlags, Mallorca-Magazin (Spanien), Bangkok-Aktuell (Thailand) und last not least natürlich im Dieburger Anzeiger. In humorvollen, aber auch kritischen, teils satirischen Kleinszenen tragen die Tier-Unterhaltungen immer wieder zur Belustigung der Leser bei.

Sei drei zuletzt herausgegebenen "Schafs-Bücher" tragen die Titel "Aamol im Joahr" (1987, Fastnachtsspäße in Dieburg), "Sie dürfen nicht alles so schwarz sehen" (1997, Schafs-Alltag), und "In Dibborsch isses schäi" (1998, städtische Glossierungen).

Hans P. Murmann, der - ganz nebenbei bemerkt - ein echter "Dibboijer" ist, beweist mit Hilfe seiner lustigen Schafe, wie man humorvoll, gewürzt mit Kritik und einem gesunden Schuss Satire die vielen Stadt-Geschehnisse glossieren kann. Um so bemerkenswerten ist es für den KVD deshalb, da Murmann seine Schafe nur in "Heimat-Dialekt" reden lässt. In dem letzten Teil seines Buches ist gar ein großer grammatikalischer Teil den zeichnerischen Ergüssen angeschlossen, damit jeder Leser sich die verschiedenen Schafs-Dialoge "mundartlich erarbeiten" kann.

Da die Pflege jeglichen Heimat-Dialekt ein Kriterium bei der alljährlichen Vergabe der "Holzig Latern" ist, fiel der Beschluss über diese Auszeichnung in dem dafür zuständigen Gremium einstimmig. Wir sind der Überzeugung, dass Hans P. Murmann sich würdig in die Reihe der "Laderne-Träscher" einreiht und auch eine gute Ergänzung zu den im Vorjahr Geehrten - dem Ensemble des "Kikeriki-Theaters" - darstellt.

Für das Prinzenkomitee
Robert Thomas

 

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