1998 Kikeriki-Theater Darmstadt mit Roland Hotz

Holzig Latern (1998)
 

Holzig Latern geht an das Kikeriki-Theater

Der Karnevalverein Dieburg 1838 e.V. zeichnet 1998 das im Darmstädter Stadtteil Bessungen ansässige Kikeriki-Theater mit seiner höchsten extern zu vergebenden Auszeichnung, der "Holzig Latern", aus. Die traditionsreiche Insigne der Dieburger Fastnacht wurde für die jahrelange erfolgreiche Pflege der Mundart in überaus humorvoller Weise sowie der Verbundenheit des Kikeriki-Theaters zu ihrem lokalen südhessischen Umfeld vergeben.

 

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Die Auszeichnung erfolgte am Rosenmontag im Rahmes des Närrischen Empfanges in der Ludwigshall. Dem Kikeriki-Theater gehören folgende Personen an:

Roland Hotz, Bernd Körner, Detlef Kühner, Jochen Werner und Manfred Schmidt (Pianist).

Das Kikeriki-Theater wurde 1979 von Roland Hotz und vier weiteren Personen gegründet. Die Idee war, ein Puppentheater aufzubauen, mit dem man anderen Menschen eine Freude bereiten kann. Das Zielpublikum waren allerdings zu dieser Zeit nur die Kinder, denn niemand konnte sich vorstellen, dass sich auch erwachsene Menschen von Puppen so zahlreich angezogen und gut unterhalten fühlen würden.

Doch schon 1981 trat das Kikeriki-Theater zum ersten Mal für Erwachsene auf. Der Erfolg dieses Auftritts war derart groß und überraschend, dass man sich daran machte, ein spezielles Abendprogramm zu erarbeiten. Die Premiere war dann auch noch 1981 im Halb-Neun-Theater in Darmstadt. In den folgenden Jahren spielte das Kikeriki-Theater nun für Erwaxheene sowie natürlich auch weiterhin für Kinder in Darmstadt und im gazen düddeutschen Raum, selbstverständlich in der geliebten Mundart. Die Anzahl der monatlichen Auftritte steigerte sich stetig.

1992 wurde das Kikeriki zu einem professionellen Theater. Ein neues Domizil stand nun im Raum, und bereits im Oktober 1993 konnte das Kikeriki sein eigenes Theater mit 100 Plätzen in Darmstadt-Bessungen beziehen. Sehr schnell stellte sich aber heraus, dass dieses Theater dem Ansturm der Zuschauermassen nicht gewachsen war. Aus diesem Grund wurde im Jahre 1995 von den Mitgliedern des Kikeriki-Theaters die altehrwürdige Bessunger Turnhalle übernommen und in eigener Regie umgebaut. Der komplette Umbau erfolgte ausschließlich in Eigenhilfe, ohne irgendwelche öffentlichen Zuschüsse o.ä.

Im März 1996 fand die erste Abendvorstellung in diesem neuen Theater statt und bis heute haben über 100.000 Zuschauer in weit über 400 ausverkauften Vorstellungen das Haus besucht. Sämtliche Bühnendekorationen und Puppen werden von den Mitgliedern des Theaters selbst entworfen und gefertigt. Natürlich sind auch alle Theaterstücke Eigenproduktionen.

Ein weiterer Aspekt dafür, dass hier jemandem ein "Licht uffgegange iss", ist die Tatsache, dass das Kikeriki trotz veränderter Vorzeichen weiterhin zu seinem Kindertheater steht. Mit den Einnahmen aus dem Erwachsenentheater in der Comedy Hall wird das Kindertheater in separaten Räumlichkeiten subventioniert. Die Stadt Darmstadt erstattet nämlich nur ein Viertel der 9.000 DM hohen monatlichen Theatermiete. Mit dem Kindertheater besteht für die Kleinen eine wohltuende Abwechslungsmöglichkeit zur heutigen Dauerberieselung durch das allgegenwärtige Fernsehen.

Das Kikeriki-Theater hat seit Gründung mittlerweile über 300.000 Besucher in mehr als 2.300 Vorstellungen unterhalten und zum Lachen gebracht. Mit Erfolg wurde im Kikeriki-Theater für Kinder sowie in der Comedy Hall für Erwachsene ein Freiraum von Leichtigkeit und Fröhlichkeit in urhessischer Mundart geschaffen.

Das Kikeriki-Theater hat zwar schon in denverschiedensten Fernsehsendungen mitgewirkt, und auch schon auf Puppentheater-Festivals von Dresden bis Österreich gespielt, aber trotzdem besteht kein Anspruch auf bundesweite Präsenz. Das Kikeriki-Theater ist ein regionales Ereignis und verkörpert für die Menschen ein vertrautes Stück Heimat in Mundart, Wesen und Humor. Dafür wurde es vom Karnevalverein Dieburg mit der "Holzig Latern" ausgezeichnet.

Für das Prinzenkomitee
Matthias Sahm

 

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